gelesen: Ferdiand von Schirach – Tabu

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Großartig. Einfach nur ganz großartig. Bitte unbedingt lesen 🙂

Sebastian von Eschburg verliert als Kind durch den Selbstmord seines Vaters den Halt. Er versucht, sich durch die Kunst zu retten. Er zeigt mit seinen Fotografien und Videoinstallationen, dass Wirklichkeit und Wahrheit verschiedene Dinge sind. Es geht um Schönheit, Sex und die Einsamkeit des Menschen. Als Eschburg vorgeworfen wird, eine junge Frau getötet zu haben, übernimmt Konrad Biegler die Verteidigung. Der alte Anwalt versucht, dem Künstler zu helfen – und damit sich selbst.

Quelle: Amazon

Erschienen am 13. Feburar 2017

amazonFerdinand von Schirach – Tabu

gelesen: Benedict Wells: Vom Ende der Einsamkeit

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Ein sehr sehr feines und berührendes Buch, bei dem ich gern noch 500 Seiten weitergelesen hätte. Sehr vielschichtig und ausgearbeitet. Top Ten meiner Ewigen Bestenliste, Prädikat: Literatur. Unbedingte Leseempfehlung.

Jules und seine beiden Geschwister wachsen behütet auf, bis ihre Eltern bei einem Unfall ums Leben kommen. Als Erwachsene glauben sie, diesen Schicksalsschlag überwunden zu haben. Doch dann holt sie die Vergangenheit wieder ein. Ein berührender Roman über das Überwinden von Verlust und Einsamkeit und über die Frage, was in einem Menschen unveränderlich ist. Und vor allem: eine große Liebesgeschichte.

Quelle: Amazon

Erschienen am 24. Februar 2016

amazonBenedict Wells – Vom Ende der Einsamkeit (detebe)

gelesen: Kai Wieland – Amerika

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Ein Portrait des Autors Kai Wieland finden wir in der Stuttgarter Zeitung.

Unbedingt lesen wollte ich das, denn dieses Rillingsbach mit seinem muffigen Tresen erscheint mir doch sehr vertraut. Und dann war ich doch sehr überrascht. Einerseits davon, wie altmodisch ein so junger Autor schreibt – wobei ich dieses „altmodisch“ nicht zwingend negativ bewerte. Er kann formulieren, und er kann schreiben – es erinnert eben nur an einen vage vertrauten Literaturstil aus der Vergangenheit, sagen wir 70er oder vielleicht sogar späte 60er. Ein wenig arg hausbacken könnte man das finden, zumindest in meinem Alter.

So sehr mischt der Chronist die Ordnung im Dorf (welche Ordnung?) nun übrigens auch gar nicht auf, ich würde sagen, er verbreitet nicht einmal eine sonderliche Unruhe, und die zitierten vergrabenen Erinnerungen wirkten für mich auch gar nicht so vergraben. Was da zugegeben sehr schwerfällig in Bewegung kommt, gärt und brodelt ohnehin schon die letzten, und auch die nächsten Jahrzehnte. Dinge, die vermutlich jeder von uns in der Vergangenheit des eigenen Umfelds finden würde, also auch der Plot im Grunde ein wenig uninteressant, theoretisch.

Trotzdem. „Amerika“ liest sich gut und ist ganz gewiss nicht langweilig. Das ist ein Buch, das ich durchaus an ausgewählte Leser empfehlen oder verschenken würde. Stilistisch erwähnenswert ist auch die Erzählperspektive: „der Chronist“ hat keinen Namen, glaube ich, sondern erwähnt sich selbst fast ausschließlich als „den Chronisten“ in der dritten Form. Er sitzt dabei als stiller Beobachter und notiert. Zwar nicht geisterhaft, denn ab und an stellt er Fragen, aber auch nicht handlungsbestimmend, sondern sehr zurückhaltend.

Ich bin gespannt, was uns Herr Wieland als nächstes liefern wird 🙂

In Rillingsbach geht es gemächlich zu. Das weiß keiner besser als Wirtin Martha, die im örtlichen Gasthaus das Zepter fest in der Hand hält. Doch als sich ein junger Chronist unter die Stammgäste mischt und die Ordnung im Dorf auf den Kopf stellt, drängen tief vergrabene Erinnerungen an die Oberfläche, die bis zur amerikanischen Besatzungszeit zurückreichen.
Quelle: Amazon

Erschienen am 30. August 2018

amazonKai Wieland – Amerika

 

Eduard von Keyserling – Landpartie

«Die Lektüre Eduard von Keyserlings macht süchtig.» Andreas Isenschmid, NZZ am Sonntag.

Er ist der Meister der sinnlichen Erzählkunst, ein begnadeter Impressionist und Stimmungsmagier, und sein Werk gehört zum Stilvollsten, was die deutschsprachige Literatur hervorgebracht hat. Zu seinem 100. Todestag würdigt Manesse Eduard von Keyserling mit einem bibliophilen Liebhaberband, in dem erstmals sämtliche Erzählungen vereint sind. Seinerzeit zählten Thomas Mann, Lion Feuchtwanger und Herman Bang zu seinen Bewunderern. Und bis heute kommen Kritiker nicht aus dem Schwärmen heraus: «Besser als Fontane!» (Michael Maar), «Nicht lesen, schlürfen!» (Tilman Krause), oder: «Houellebecq minus Zynismus» (Iris Radisch). Zeitgemäß im besten Sinne, ist dieser Klassiker mehr denn je der Entdeckung wert.

Quelle: Amazon

Erschienen am 3. September 2018

amazonEduard von Keyserling – Landpartie

Markus Willinger – 1919. Die Jahre des Schicksals

Deutschland 1919: Die Journalistin Estere Kalnini ist wie besessen davon die Zeitung ihres verstorbenen Vaters wieder zu alter Größe zu führen. Artikel gibt es genug: Die Wirtschaft steht vor dem Kollaps, kommunistische Aufständische erheben sich in Berlin und bewaffnete Exsoldaten versuchen eine Militärdiktatur zu errichten. Doch was Estere braucht, sind Insiderinformationen aus dem linken und dem rechten Lager.

Estere sieht nur einen Weg, um an solche zu kommen: Sie verführt sowohl den kommunistischen Revolutionär Andrei Vasiliev als auch den rechten Offizier Heinrich von Naumburg. Ein Liebesdreieck entsteht mit für die gesamte Republik unabsehbaren Folgen.
Quelle: Amazon

Erschienen am 19. November 2018

amazonMarkus Willinger – 1919 – Historischer Roman (Band 1)

 

Sascha Reh – Aurora

Kurz vor Heiligabend bricht ein gewaltiger Schneesturm über die sonst so milde Insel Bornholm herein. Ole, der Lokalreporter einer Tageszeitung, soll darüber berichten, obwohl er sich eher zur Analyse von Weltereignissen berufen fühlt. Per Zufall verschlägt es ihn in einen Schützenpanzer, mit dem der junge Soldat Eric dringlich unterwegs ist: Eine Frau erwartet in einem vom Schnee abgeschnittenen Ort ein Kind, und Eric hat angeblich den Auftrag, die Hebamme zu ihr zu bringen. Doch kaum ist Tamara zugestiegen, braut sich nicht nur draußen, sondern vor allem zwischen den drei höchst unterschiedlichen Menschen mehr als nur eine Sturmfront zusammen. Als der Panzer im Schneegestöber stecken bleibt, führt für den Reporter nur noch ein Weg zu der großen Story, die er dringend braucht: ins Innere seiner Mitfahrer.

In »Aurora« erzählt Sascha Reh nicht nur eine ganz andere Art Weihnachtsgeschichte, sein Roman ist auch eine intime Momentaufnahme des Status quo zwischen Männern und Frauen in der heutigen Gesellschaft beklemmend, temporeich und voller Dialogwitz.
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Erschienen am 18. September 2018

amazonSascha Reh – Aurora

Christoph Peters – Das Jahr der Katze

Ein ungewöhnlicher Thriller in der Tradition eines Cormac McCarthy oder Quentin Tarantino und das faszinierende Panorama einer bizarren japanischen Unterwelt, die noch immer die Traditionen der Samurai-Zeit beschwört, auch wenn ihre goldene Zeit längst der Vergangenheit angehört.

Früher verstand sie sich als eine ehrenwerte Gesellschaft. Heute ist japanische Yakuza zunehmend eine Organisation gewöhnlicher Krimineller, verwickelt in Drogenhandel und schmutzige Immobiliendeals. Staat und Polizei haben die jahrhundertelange Toleranz und Koexistenz aufgekündigt und der Yakuza den Kampf angesagt. Da kommt es äußerst ungelegen, dass Fumio Onishi bei einer Aktion im Auftrag der Yakuza in Berlin eigenmächtig übers Ziel hinausgeschossen ist. Auf der Flucht vor den deutschen Behörden hat Onishi sich zwar mit seiner deutschen Freundin Nikola nach Tokio absetzen können. Doch hier erwartet der Yakuza-Boss Takeda ein unmissverständliches Opfer von ihm…

Hat Christoph Peters in seinen Romanen „Mitsukos Restaurant“ und „Herr Yamashiro bevorzugt Kartoffeln“ die helle, ebenso faszinierende wie manchmal skurrile Seite der Kultur Japans beleuchtet, taucht er nach „Der Arm des Kraken“ auch in seinem zweiten Roman um Fumio Onishi ein in die Abgründe des Reichs der aufgehenden Sonne – in einen zutiefst widersprüchlichen Kosmos voll rätselhafter Traditionen zwischen höchster Eleganz und Kultiviertheit einerseits und blinder Grausamkeit und fragwürdigen Atavismen andererseits, in eine Unterwelt, die ebenso geprägt ist von dem alten Ethos der Samurai wie von irritierenden Werten, fremdartigen Ritualen und verstörender Gewalt.
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Erschienen am 3. September 2018

amazonChristoph Peters – Das Jahr der Katze: Roman

Andreas Brandhorst – Der letzte Regent

Als der letzte Regent stirbt, entbrennt ein blutiger Machtkampf um die Herrschaft

Bereits seit über zweitausend Jahren kämpft das Endurium, ein Bündnis aller Menschenwelten, gegen die außerirdischen Ayunn. Als der fünfhundertjährige Regent des Enduriums stirbt, soll der Chronist Xavius herausfinden, wer hinter dem gewaltsamen Tod des Herrschers steckt. Doch schnell entbrennt ein schmutziger Machtkampf um die Nachfolge des Regenten, und Xavius gerät zwischen die Fronten. Und dann greifen auch noch die Ayunn an, denn sie sehen ihre Chance gekommen, die führungslose und geschwächte Menschheit nun endgültig zu zerstören …
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Erschienen am 8. Juli 2013

amazonAndreas Brandhorst – Der letzte Regent

Volker Klüpfel, Michael Kobr – Kluftinger

Endlich Opa! Kommissar Kluftingers Freude über sein erstes Enkelkind wird schnell getrübt: Auf dem Friedhof entdeckt er eine Menschentraube, die ein frisch aufgehäuftes Grab umringt, darauf ein Holzkreuz – mit seinem Namen. Nach außen hin bleibt Kluftinger gelassen. Als jedoch eine Todesanzeige für ihn in der Zeitung auftaucht, sind nicht mehr nur die Kollegen alarmiert – sein ganzes Umfeld steht Kopf. Um dem Täter zuvorzukommen, muss der Kommissar tief in seine eigene Vergangenheit eintauchen. Doch die Zeit ist knapp, denn alles deutet darauf hin, dass Kluftingers angekündigter Tod unmittelbar bevorsteht.

Deutschlands erfolgreichstes Autorenduo ist zurück – mit dem großen Jubiläums-Bestseller, in dem endlich das Geheimnis um Kluftingers Vornamen gelüftet wird!
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Erschienen am 27. April 2018

amazonVolker Klüpfel, Michael Kobr – Kluftinger: Kriminalroman (Kluftinger-Krimis, Band 10)

Friedrich Ani – Der Narr und seine Maschine

Auftritt: Tabor Süden, der unbegreifliche Typ, der zunächst als Polizeibeamter, dann als Privatdetektiv sich zum vielerfahrenen und vielerleidenden Spezialisten für Vermissungen, vulgo: für Vermisstenfälle entwickelte. Eigentlich wollte er seine Ermittlertätigkeit nie wieder aufgreifen, nachdem beim letzten Fall ein Mitarbeiter der Detektei das Leben verloren hatte.

Wie eine aus dem Leben gefallene Erscheinung taucht er dennoch plötzlich am Münchner Hauptbahnhof wieder auf – jedoch nur um aus München für immer zu verschwinden, ohne sich von irgendjemandem zu verabschieden. Ziel und Zukunft: Solche Begriffe liegen für Tabor Süden außerhalb seines Begriffsvermögens. Die Chefin, die meint, ihn zurückhalten zu können mit einem Auftrag der besonderen Art, weiß, dass er den Bahnhof als Startplatz ins Verschwinden nutzt, trifft ihn dort und bringt ihn dazu, sich, zum allerallerletzten Mal, auf Personensuche zu machen.

Vielleicht stimmt Süden nur zu, weil ihm nach kurzer Zeit klar wird: Wenn er den Vermissten aufspürt, wird er dem eigenen Spiegelbild begegnen. Dieser Cornelius Hallig schreibt unter dem Pseudonym Georg Ulrich Romane. Er schrieb Kriminalromane, eine Zeitlang war er sogar eine Berühmtheit, allerdings nicht für immer, und nicht für lange. Er lebte mit seiner Mutter in einem Münchner Hotel, sie starb, er versuchte unablässig in seinem Genre weiter zu tun. Und verschwindet, ohne sich zu verabschieden. Aufenthaltsort: natürlich unbekannt.

Friedrich Ani führt in seinem neuen, an Finsternis nicht zu überbietenden Roman die Lebensläufe des Detektivs und des Autors parallel: Beide versuchen, jeder auf seine Weise, den Tod zu betrügen und eine Zeitlang die Finsternis zu überwinden, die ihnen seit jeher vertraut war. Ihre Erfahrungen, wie sie in den prägnanten, durchdringenden Szenen und Dialogen geschildert werden, lassen nicht den leisesten Hoffnungsschimmer aufkommen. Selbst Pessimismus wird von Ani entlarvt als kaum verschleierter Optimismus. Trotzdem vermag der Roman, durch Empathie, selbst den Fatalismus erträglich zu gestalten.

Bleibt die Frage: Werden sich der Vermisstensucher und der Vermisste, beide verloren für diese Welt, begegnen? Und wie könnte das ausgehen?
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Erschienen am 2. Oktober 2018

amazonFriedrich Ani – Der Narr und seine Maschine: Ein Fall für Tabor Süden

Max Wolf – Glücksreaktor

Ein Roman über Freundschaft, Freiheit und die immerwährende Suche nach dem echten Leben.

Sommer 1994 in der fränkischen Provinz: Fred ist siebzehn und steht auf Physik, Marihuana und die Freundinnen seiner Mutter. Mit seinem besten Freund Nick entdeckt er den Technoclub Das Boot und Ecstasy, den perfekten Gegenentwurf zur kleinbürgerlichen Tristesse der Erwachsenen. Doch sein Aufbegehren wird zum Kampf gegen die physikalischen Naturgesetze und Fred läuft Gefahr, seinen besten Freund und am Ende sich selbst zu verlieren.

GLÜCKSREAKTOR ist Rebellion, Rave und Ekstase – ein atemraubender Leserausch.
Quelle: Amazon

Erschienen am 14. August 2018

amazonMax Wolf – Glücksreaktor

Helene Sommerfeld – Die Ärztin

Was die Zeit nicht heilt…
München, 1890: Die junge Ärztin Ricarda führt mit Brauereierbe Georg und Tochter Henny fern der Berliner Heimat ein beschauliches Leben. Mit der Eröffnung einer eigenen Praxis scheint sich ihr größter Traum zu erfüllen. Doch kaum jemand nimmt die erste Ärztin der Stadt ernst. Als eine Diphteriewelle München erfasst und der «Würgeengel» Hunderte von Kinderleben fordert, läuft Ricarda gegen Mauern. Denn ihre männlichen Kollegen halten das vielversprechende neue Heilmittel Emil von Behrings für Humbug. Die Ärztin ist entschlossen, für ihre Überzeugung und ihre Patienten zu kämpfen. Bis ein Geheimnis aus ihrer Vergangenheit Ricarda alles zu nehmen droht, was ihr am Herzen liegt. Ein Geheimnis, dessen dunkle Kraft auch die nächste Generation bestimmen wird.
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Erschienen am 20. November 2018

amazonHelene Sommerfeld – Die Ärztin: Stürme des Lebens (Ricarda Thomasius, Band 2)

 

Hannes Köhler – Ein mögliches Leben

»Hannes Köhler schreibt von einer Reise in die Vergangenheit, die das Verzeihen möglich macht und die Gegenwart verstehen lässt. Ein ungemein wertvolles Buch.« Lucy Fricke

Ein Wunsch, den Martin seinem Großvater Franz nicht abschlagen kann: eine letzte große Reise unternehmen, nach Amerika, an die Orte, die Franz seit seiner Gefangenschaft 1944 nicht mehr gesehen hat. Martin lässt sich auf dieses Abenteuer ein, obwohl er den Großvater eigentlich nur aus den bitteren Geschichten seiner Mutter kennt. Unter der sengenden texanischen Sonne, zwischen den Ruinen der Barackenlager, durch die Begegnung mit den Zeugen der Vergangenheit, werden in dem alten Mann die Kriegsjahre und die Zeit danach wieder lebendig. Und endlich findet er Worte für das, was sein Leben damals für immer verändert hatte.

Mit jeder Erinnerung, mit jedem Gespräch kommt Martin seinem Großvater näher, und langsam beginnt er die Brüche zu begreifen, die sich durch seine Familie ziehen. Er erkennt, wie sehr die Vergangenheit auch sein Leben geprägt hat und sieht seine eigene familiäre Situation in einem neuen Licht.

Ein vielschichtiger Roman über die tiefen Spuren, die der Krieg bis heute in vielen Familien hinterlassen hat.

Ausgezeichnet mit dem Buchpreis 2018 der Stiftung Ravensburger Verlag für den besten Familienroman des Jahres.

»In einer äußerst präzisen Sprache, mit sehr feinen Beobachtungen und der Genauigkeit eines Historikers hat Hannes Köhler eine literarische Studie über die Nachwirkzeit von Erfahrungen geschaffen.« Inger-Maria Mahlke
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Erschienen am 23. Februar 2018

amazonHannes Köhler – Ein mögliches Leben

 

Kai Wieland – Amerika

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Ein Portrait des Autors Kai Wieland finden wir in der Stuttgarter Zeitung. Dieser Debutroman steht auf jeden Fall auf meiner Wunschliste.

In Rillingsbach geht es gemächlich zu. Das weiß keiner besser als Wirtin Martha, die im örtlichen Gasthaus das Zepter fest in der Hand hält. Doch als sich ein junger Chronist unter die Stammgäste mischt und die Ordnung im Dorf auf den Kopf stellt, drängen tief vergrabene Erinnerungen an die Oberfläche, die bis zur amerikanischen Besatzungszeit zurückreichen.
Quelle: Amazon

Erschienen am 30. August 2018

amazonKai Wieland – Amerika

 

Miroslav Nemec – Kroatisches Roulette

Psychoterror oder Erpressung? Die Spur führt in die alte Heimat.

Wer will Tatort-Kommissar Miroslav Nemec ins Verderben stürzen? Und warum? Miroslav Nemec führt ein glückliches Leben, bis ein vermeintliches Zimmermädchen ihn in eine unangenehme Situation bringt. Geraten jetzt kompromittierende Fotos an die Öffentlichkeit? Ein dummer Scherz? Eine Verwechslung? Erpressung? Nemec muss es ganz allein herausfinden. Die Spur führt in seine alte Heimat. In Rijeka findet er das Zimmermädchen, das in Wahrheit eine Stuntfrau ist, ermordet vor. Leider sprechen alle Indizien dafür, dass ausgerechnet er der Mörder sein muss. Doch das ist erst der Anfang einer Abwärtsspirale, die droht, Nemec ins Verderben zu stürzen. In seinem »zweiten Fall«, der größtenteils in Kroatien spielt, gelingt Miroslav Nemec ein raffinierter Kriminalroman in eigener Sache.
Quelle: Amazon

Erschienen am 15. Oktober 2018

amazonMiroslav Nemec – Kroatisches Roulette: Mein zweiter Fall

Benedict Wells – Becks letzter Sommer

Beck ist nicht zu beneiden. Mit der Musikerkarriere wurde es nichts, sein sicherer Job als Lehrer ödet ihn an, und sein Liebesleben ist ein Desaster. Da entdeckt er in seiner Klasse ein unglaubliches Musiktalent: Rauli Kantas aus Litauen. Als Manager des rätselhaften Jungen will er es noch mal wissen, doch er ahnt nicht, worauf er sich da einlässt … Ein tragikomischer Roman über verpasste Chancen und alte Träume, über die Liebe, Bob Dylan und einen Road Trip nach Istanbul. Ein magischer Sommer, in dem noch einmal alles möglich scheint.
Quelle: Amazon

Erschienen am 24. November 2009

amazonBenedict Wells – Becks letzter Sommer

pfeil  Andere Romane von Benedict Wells

rezension   zum Blogartikel: Benedict Wells – Spinner
rezension   zum Blogartikel: Benedict Wells – Die Wahrheit über das Lügen

Annette Hess – Deutsches Haus

Frankfurt 1963. Eva, gelernte Dolmetscherin und jüngste Tochter der Wirtsleute Bruhns, steht kurz vor ihrer Verlobung. Unvorhergesehen wird sie gebeten, bei einem Prozess die Zeugenaussagen zu übersetzen. Ihre Eltern sind, wie ihr zukünftiger Verlobter, dagegen: Es ist der erste Auschwitz-Prozess, der in der Stadt gerade vorbereitet wird. Eva, die noch nie etwas von diesem Ort gehört hat, folgt ihrem Gefühl und widersetzt sich ihrer Familie. Sie nimmt die Herausforderung an, ohne zu ahnen, dass dieser Jahrhundertprozess nicht nur das Land, sondern auch ihr eigenes Leben unwiderruflich verändern wird.
Quelle: Amazon

Erschienen am 21. September 2018

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amazonAnnette Hess – Deutsches Haus

Klaus Modick – Vierundzwanzig Türen

»Ein Buch, so rätselhaft wie ein Adventskalender« Der Spiegel.
Im Haus des Erzählers geht es in der Vorweihnachtszeit turbulent zu. Seine beiden Töchter kommen langsam in das Alter, in dem Weihnachtswünsche teuer werden und Familienrituale an Kraft verlieren. Doch der Adventskalender, den die Mutter von einem alten Mann geschenkt bekommt, fesselt die Aufmerksamkeit der ganzen Familie. Er erzählt auf vierundzwanzig Bildern eine faszinierende Geschichte aus der Nachkriegszeit: Drei Männer stehlen ein Worpsweder Gemälde, um damit den Kauf von Heizmaterial und Lebensmitteln zu finanzieren. Ein Schneesturm zwingt sie zur Einkehr in einem einsamen Gehöft, wo eine junge Frau in den Wehen liegt. Meisterlich kontrastiert Klaus Modick die satte Welt der Gegenwart mit einer ebenso behutsam wie anrührend erzählten Weihnachtsgeschichte, in der es um Liebe, Hoffnung und ein Verbrechen geht.
Quelle: Amazon

Erschienen am 4. Oktober 2018

amazonKlaus Modick – Vierundzwanzig Türen: Roman

 

Friedrich Dürrenmatt – Der Besuch der alten Dame

liesmalwasein Klassiker, der immer geht 🙂 Vielleicht in der Hörbuch-Version?

Claire Zachanassian kehrt als steinreiche Frau in ihr Heimatdorf Güllen zurück, wo ihr einst das Herz gebrochen und die Ehre geraubt wurde. Nun will sie sich rächen und bietet der Güllener Bevölkerung eine Milliarde dafür, dass ihr damaliger Liebhaber Ill für sein Vergehen mit dem Tod bestraft wird. Ein Angebot, das die Bürger entrüstet zurückweisen. Zunächst.
Quelle: Amazon

amazonFriedrich Dürrenmatt – Der Besuch der alten Dame: Eine tragische Komödie

Lorenz Stassen – Blutacker

Seit der junge Anwalt Nicolas Meller den Angstmörder zur Strecke gebracht hat, geht es für ihn bergauf. Er hat zahlungskräftige Mandanten, ein neues Büro in der Innenstadt von Köln und mehrere Angestellte. Privat ist er mit Nina zusammengezogen, einst seine Referendarin und jetzt Lebenspartnerin. Doch dann bringt Hauptkommissar Rongen eine beunruhigende Nachricht: Ein Paketbote wurde brutal ermordet – und das einzige Paket, das entwendet wurde, war adressiert an: Nicolas Meller. Die Schlinge um den Kopf von Nic und Nina zieht sich erbarmungslos zusammen!
Quelle: Amazon

Erschienen am 12. November 2018

amazonLorenz Stassen – Blutacker: Thriller (Nicholas-Meller-Serie 2)

Tom Rachmann – Die Gesichter

Ein gefeierter Künstler, ein liebender Sohn, eine Suche nach dem eigenen Leuchten

Mit einer einzigen beiläufigen Bemerkung wischt Bear Bavinsky (gefeierter Maler, zahlreiche Ex-Frauen, siebzehn Kinder) jede Hoffnung seines Lieblingssohnes Pinch beiseite, auch nur halb so viel Talent zu haben wie er. Desillusioniert zieht es Pinch raus in die Welt, in Kanada versucht er sich an einer Biografie über Bear, als Italienischlehrer in London hat er es fast geschafft zu vergessen, dass auch er einmal Großes vorhatte. Seine wahre Begabung findet er schließlich doch noch, und er schmiedet einen schier unmöglichen Plan, nicht nur sein eigenes Leuchten zu entfalten, sondern auch das Andenken seines Vaters zu retten.

Kann man gleichzeitig ein gefeierter Künstler und ein liebender Vater sein? Muss ein Sohn seinen Eltern verzeihen, nur weil sie bedeutend sind? Tom Rachman hat einen elektrisierenden und immer wieder auch nachdenklich stimmenden Roman geschrieben über das Streben nach Anerkennung – im Leben und in der Kunst.

Quelle: Amazon

Erschienen am 31. August 2018

amazonTom Rachmann – Die Gesichter

Benedict Wells – Spinner

»Ich habe keine Angst vor der Zukunft, verstehen Sie? Ich hab nur ein kleines bisschen Angst vor der Gegenwart.«

Jesper Lier, 20, weiß nur noch eines: Er muss sein Leben ändern, und zwar radikal. Er erlebt eine turbulente Woche und eine wilde Odyssee durch Berlin. Ein tragikomischer Roman über Freundschaft, das Ringen um seine Träume und über die Angst, wirklich die richtigen Entscheidungen zu treffen.
Quelle: Amazon

Erschienen am 3. Oktober 2016

amazonBenedict Wells – Spinner

rezension  zum Blogartikel: Benedict Wells – Die Wahrheit über das Lügen

rezension   zum Blogartikel: Benedict Wells – Becks letzter Sommer

Sabine Ebert – Schwert und Krone. Zeit des Verrats

Der dritte Teil des großen Barbarossa-Epos von der Bestseller-Autorin Sabine Ebert
März 1152 in Aachen: Gerade wurde Friedrich, der bisherige Herzog von Schwaben und künftige Barbarossa, zum König gekrönt und will das von Kriegen zerrüttete Land erneuern. Verbündete gewinnt er, indem er ihnen Land und Titel zusagt, gegen Feinde geht er mit eiserner Hand vor. Doch vom ersten Tag an hat er eine starke Fürstenopposition gegen sich, der missfällt, dass auf einmal die welfische Partei vom König bevorzugt wird. Zudem sammelt der neue König neue, junge Verbündete um sich wie den skrupellosen Rainald von Dassel. Die alten Markgrafen Albrecht der Bär und Konrad von Meißen fürchten um ihre Macht. Sie riskieren alles und verlieren viel. Und mittendrin in diesem gnadenlosen Kampf um die Macht stehen junge Frauen wie Hedwig, die künftige Markgräfin von Meißen, und die schöne Beatrix von Burgund, der Barbarossa sofort mit Haut und Haaren verfällt …
Quelle: Amazon

Erschienen am 2. November 2018

amazonSabine Ebert – Schwert und Krone – Zeit des Verrats (Das Barbarossa-Epos, Band 3)

pfeil  Die ersten beiden Romane von Sabine Ebert aus dem Barbarossa-Epos
amazonSabine Ebert – Schwert und Krone – Meister der Täuschung (Das Barbarossa-Epos, Band 1)
Sabine Ebert – Schwert und Krone – Der junge Falke (Das Barbarossa-Epos, Band 2)

Anne Wolf – Ein ganz normaler Mörder

Er kann sehen, was du nicht siehst …

Bereits seit einem Jahr arbeitet Tammo nicht mehr für die Kriminalpolizei Hamburg. Seit jenem Tag, der sein Leben für immer veränderte. Doch dann steht Jens, sein früherer Vorgesetzter, wieder vor seiner Tür und bittet ihn um Hilfe. Eine Frauenleiche wurde aufgefunden und eine weitere Frau wird vermisst. Jens weiß, dass er Tammos besondere Fähigkeiten braucht, um die Vermisste zu retten. Durch eine Erkrankung in Kindertagen hat Tammo zwar einen Großteil seines Gehörs verloren, doch seine Augen können Menschen umso besser lesen …
Quelle: Amazon

Erschienen am 12. November 2018

amazonAnne Wolf – Ein ganz normaler Mörder: Kriminalroman

Ingeborg Bachmann, Hans Magnus Enzensberger – schreib alles, was wahr ist, auf

Die Eine: eine Lyrikerin und Cover-Girl des Spiegels 1954. Der Andere: der »zornige junge Mann«, Netzwerker, zugleich Strippenzieher im Literaturbetrieb, dessen Lyrik-Karriere 1957 startet. Ingeborg Bachmann (Jahrgang 1926) und Hans Magnus Enzensberger (Jahrgang 1929) lernen sich im Oktober 1955 bei der Tagung der Gruppe 47 in Tübingen kennen. Nach einem erneuten Zusammentreffen anlässlich einer Gesprächsrunde zur Literaturkritik in Wuppertal im Oktober 1957 kommt es am 27. November 1957 zur ersten (brieflichen) Kontaktaufnahme: Die Initiative geht von Enzensberger aus. Danach setzt eine Korrespondenz ein, von der insgesamt 130 Stücke überliefert sind: 53 von Bachmann, 77 von Enzensberger.

Die beiden emblematischen Figuren, die Ikonen, der deutschen Nachkriegsliteratur tauschen sich aus über Literatur im Allgemeinen wie über deren Details, über eigene Vorhaben (kritischer wie großer Moment: die Debatten um das legendäre Böhmen liegt am Meer, dem von Bachmann publizierten Gedicht in Enzensbergers Kursbuch), reflektieren über das Zeitgeschehen, polemisieren gegen alles und halten sich mit ihrem Urteil auch über die lieben Kollegen nicht zurück. Dabei prallen die unterschiedlichen (Schreib-) Charaktere aufeinander: Auseinandersetzungen, die der eine pragmatisch-ironisch ausficht, die andere prinzipiell.

Der bisher unpublizierte und unbekannte Briefwechsel zwischen Ingeborg Bachmann und Hans Magnus Enzensberger macht nacherlebbar, wie zwei der überragenden Autoren nach dem Zweiten Weltkrieg nicht nur die Welt, die Literatur, den Betrieb, sondern auch sich selbst darstellen und gesehen werden wollen.
Quelle: Amazon

Erschienen am 21. Oktober 2018

Eine Empfehlung der SWR Bestenliste vom Dezember 2018

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amazonIngeborg Bachmann, Hans Magnus Enzensberger – »schreib alles was wahr ist auf«: Der Briefwechsel

Richard David Precht – Jäger, Hirten, Kritiker. Eine Utopie für die digitale Gesellschaft

Dass unsere Welt sich gegenwärtig rasant verändert, weiß inzwischen jeder. Doch wie reagieren wir darauf? Die einen feiern die digitale Zukunft mit erschreckender Naivität und erwarten die Veränderungen wie das Wetter. Die Politik scheint den großen Umbruch nicht ernst zu nehmen. Sie dekoriert noch einmal auf der Titanic die Liegestühle um. Andere warnen vor der Diktatur der Digitalkonzerne aus dem Silicon Valley. Und wieder andere möchten am liebsten die Decke über den Kopf ziehen und zurück in die Vergangenheit.

Richard David Precht skizziert dagegen das Bild einer wünschenswerten Zukunft im digitalen Zeitalter. Ist das Ende der Leistungsgesellschaft, wie wir sie kannten, überhaupt ein Verlust? Für Precht enthält es die Chance, in Zukunft erfüllter und selbstbestimmter zu leben. Doch dafür müssen wir jetzt die Weichen stellen und unser Gesellschaftssystem konsequent verändern. Denn zu arbeiten, etwas zu gestalten, sich selbst zu verwirklichen, liegt in der Natur des Menschen. Von neun bis fünf in einem Büro zu sitzen und dafür Lohn zu bekommen nicht!

Dieses Buch will zeigen, wo die Weichen liegen, die wir richtig stellen müssen. Denn die Zukunft kommt nicht – sie wird von uns gemacht! Die Frage ist nicht: Wie werden wir leben? Sondern: Wie wollen wir leben?

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Erschienen am 23. April 2018

amazonRichard David Precht – Jäger, Hirten, Kritiker: Eine Utopie für die digitale Gesellschaft

 

Judith Schalansky – Verzeichnis einiger Verluste

Die Weltgeschichte ist voller Dinge, die verloren sind – mutwillig zerstört oder im Lauf der Zeit abhandengekommen. In ihrem neuen Buch widmet sich Judith Schalansky dem, was das Verlorene hinterlässt: verhallte Echos und verwischte Spuren, Gerüchte und Legenden, Auslassungszeichen und Phantomschmerzen. Ausgehend von verlorengegangenen Natur- und Kunstgegenständen wie den Liedern der Sappho, dem abgerissenen Palast der Republik, einer ausgestorbenen Tigerart oder einer im Pazifik versunkenen Insel, entwirft sie ein naturgemäß unvollständiges Verzeichnis des Verschollenen und Verschwundenen, das seine erzählerische Kraft dort entfaltet, wo die herkömmliche Überlieferung versagt. Die Protagonisten dieser Geschichten sind Figuren im Abseits, die gegen die Vergänglichkeit ankämpfen: ein alter Mann, der das Wissen der Menschheit in seinem Tessiner Garten hortet, ein Ruinenmaler, der die Vergangenheit erschafft, wie sie niemals war, die gealterte Greta Garbo, die durch Manhattan streift und sich fragt, wann genau sie wohl gestorben sein mag, und die Schriftstellerin Schalansky, die in den Leerstellen ihrer eigenen Kindheit die Geschichtslosigkeit der DDR aufspürt.

So handelt dieses Buch gleichermaßen vom Suchen wie vom Finden, vom Verlieren wie vom Gewinnen und zeigt, dass der Unterschied zwischen An- und Abwesenheit womöglich marginal ist, solange es die Erinnerung gibt – und eine Literatur, die erfahrbar macht, wie nah Bewahren und Zerstören, Verlust und Schöpfung beieinanderliegen.
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Erschienen am 21. Oktober 2018

Eine Empfehlung der SWR Bestenliste vom Dezember 2018

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amazonJudith Schalansky – Verzeichnis einiger Verluste

Steffen Mensching – Schermanns Augen

Ein Gulag-Roman mit deutschen und österreichischen Protagonisten. Eine Rückschau ins Wien der zwanziger Jahre. Ein Roman, der ins Zentrum des 20. Jahrhunderts führt.

Eben noch war Rafael Schermann in der Wiener Caféhaus-Szene ein bunter Hund, bekannt mit Gott und der Welt von Adolf Loos, Oskar Kokoschka, Magnus Hirschfeld bis zu Else Lasker-Schüler, Herwarth Walden, Ehrenstein, Döblin, Bruckner, Eisenstein, Stanislawski, Piscator… Selbst der scharfzüngige Karl Kraus erhoffte sich von Schermanns graphologischer Begabung beim Deuten von Briefhandschriften entscheidende Hilfe in seinem Liebeswerben um Sidonie Nádherný…

Und jetzt landet dieser schillernde Mann völlig abgerissen und todkrank als Gefangener am Ende der Welt, hundertfünfzig Kilometer östlich von Kotlas an der Bahntrasse nach Workuta im Lager Artek. Sofort zieht einer, der aus Handschriften Vorhersagen ableiten kann, außerordentliches Interesse auf sich, ob nun das des Lagerkommandanten (selbst der kann nicht sicher sein, ob er morgen Chef eines größeren Lagers sein oder man ihn erschießen wird) oder das seiner Mitgefangenen, »achthundert Männer, zweihundert Frauen. Eine echte sowjetische Großfamilie… jeder weiß alles vom anderen und wünscht ihm die Krätze an den Hals.« Und dann behauptet Schermann noch, kein Russisch zu können, und beansprucht einen Übersetzer. Steffen Mensching stellt ihm den jungen deutschen Kommunisten Otto Haferkorn an die Seite. Das ungleiche Paar, mal Herr und Knecht, mal Don Quijote und Sancho Pansa, kämpft ums Überleben unter brutalen, absurden Verhältnissen im mörderischen Räderwerk des zwanzigsten Jahrhunderts.
Zwölf Jahre hat Steffen Mensching an seinem opus magnum gearbeitet, es ist ein großer Wurf geworden.
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Erschienen am 30. Juli 2018

Eine Empfehlung der SWR Bestenliste vom Dezember 2018

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amazonSteffen Mensching – Schermanns Augen: Roman

Alexander von Schönburg – Die Kunst des lässigen Anstands

Wir leben in einem Zeitalter der Beliebigkeit und Selbstsucht. Überall gilt »ich zuerst«, alles ist erlaubt, jeder will sich selbst optimieren, so wird übertrumpft, gedrängelt, auf Facebook gepöbelt. Doch auf diese Weise wird unser Zusammenleben höchst unangenehm, und wir steuern geradewegs in den Untergang.

Alexander von Schönburg plädiert für mehr Anstand, für Werte und Tugenden, die lange altmodisch erschienen und heute wieder aktuell sind. Dem »anything goes« der auf Selbsterfüllung, Vergnügen und Konsum getrimmten Gesellschaft stellt er die neue Ritterlichkeit gegenüber. Denn nobles Verhalten macht das Leben erst schön.

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Erschienen am 30. August 2018

amazonAlexander von Schönburg – Die Kunst des lässigen Anstands: 27 altmodische Tugenden für heute

Andreas Englisch – Mein Rom. Die Geheimnisse der Ewigen Stadt

Unbekannte und überraschende Geschichten über die berühmtesten Sehenswürdigkeiten Roms

Sie wissen schon alles über Rom? Wenn Sie Andreas Englisch kennen, ahnen Sie, dass Sie sich täuschen. Wie kaum ein anderer versteht es der ausgewiesene Vatikan-Experte, der seit drei Jahrzehnten in Rom lebt, dessen mehr als zweitausendjährige Stadtgeschichte zum Leben zu erwecken. Mit dem jungen Römer Leo folgt er Gladiatoren in ihre Trainingsarena, den Spuren genialer Künstler in den Vatikanischen Museen, erzählt von raffgierigen und weisen Päpsten, von verborgenen etruskischen Fresken, Gewinnern und Verlierern der Stadtgeschichte und vom seltsamen Humor eines vielleicht gar nicht existierenden Gottes, der doch das Schicksal Roms bis heute prägt. Dieses Buch ist kenntnisreich, spannend und amüsant, frech, verblüffend und unwiderstehlich.
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Erschienen am 8. Oktober 2018

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Simon Tanner – Harte Landung

Heiko Anrath, Familienvater, leidenschaftlicher Schachspieler und erfahrener Manager der Nerma AG, ist so sagt man es ihm eine der großen Hoffnungen des Konzerns. In der Welt des Top-Managements kann das zweierlei heißen: Sein Rausschmiss steht unmittelbar bevor oder man macht sich Sorgen, dass er plötzlich zu einem anderen Unternehmen verschwindet. Kaum fragt sich Anrath, was von Beidem wohl die bessere Alternative ist, wird sein geordnetes Managerleben mit einem Schlag auf den Kopf gestellt: Da ist seine Kollegin Alexandra Keres, zu der er sich umso stärker hingezogen fühlt, je mehr sie ihn zurückweist. Dazu kommen die dubiosen Anrufe eines Headhunters, der ihm den Job seines Lebens anbieten will.

Anrath ist hin und her gerissen. Eine neue Liebe, ein neuer Job – mit einem Wort ein neues Leben – das klingt fast zu verlockend, um wahr zu sein. Ist er wirklich bereit, sein ganzes Leben umzukrempeln? Anrath ahnt nicht, dass er nicht der König in seinem Spiel, sondern der Bauer in der Partie eines anderen sein wird.
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Erschienen am 19. Oktober 2018

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Angelika Waldis – Ich komme mit

»Das Leben ist ein Geschenk. Man kann’s nur einmal auspacken.« – Wie die alte Vita und der kranke Lazy über das Leben philosophieren und dabei zu Freunden werden.

Seit 42 Jahren wohnt Vita Maier in dem Haus in der Torstraße 6. Als junge Mutter ist sie hier eingezogen. Doch längst ist der Sohn aus dem Haus, der Mann unter der Erde. Für ihren Nachbarn, den Studenten Lazy, ist Vita die Alte von oben, denn für Lazy gibt es nur seine Freundin Elsie. Doch so plötzlich, wie die Liebe kam, und ebenso heftig, kommt die Krankheit. Sie verscheucht Elsie und die Zukunft. Im Treppenhaus liest Vita einen mageren, erschöpften Lazy auf und nimmt ihn zu sich, um ihn mit Wurstbroten aufzupäppeln. Eine ungewöhnliche, lustige und seltsam innige Freundschaft entsteht. Dann kommt der Tag, an dem ein neues Blutbild die Zuversicht kaputt macht. »Ich steige aus«, sagt Lazy. »Ich komme mit«, sagt Vita. Und so begeben sich zwei Lebensmüde auf eine verrückte letzte Reise.
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Erschienen am 27. August 2018

amazonAngelika Waldis – Ich komme mit: Roman

 

Rainer M. Schießler – Jessas, Maria und Josef

»Jessas, Maria und Josef!« – mit diesem Ausruf bei freudigen wie leidvollen Ereignissen ist Rainer Maria Schießler aufgewachsen. Und er begegnet ihm wieder in seiner alltäglichen Arbeit als Wanderprediger und unkonventioneller Seelsorger, als Bayerns bekanntester Kirchenmann und Bestsellerautor. Vor allem deswegen nimmt er in diesem neuen Buch die Themen der Menschen auf, die an ihn herantreten: Es geht um Fragen des Zusammenlebens, des Zweifelns und Glaubens, um das, was im Alltag trägt und Halt gibt.

»Gott zwingt nicht, er begeistert!« ist Schießlers Credo, mit dem er die Menschen, die in Scharen die Kirchen verlassen, wieder mit ihrem Glauben in Berührung bringt.

»Schießler ist ein Pfarrer, der da ist. Klartext-Predigten, Messen für Tiere, Kunstaktionen – ein Pfarrer, der außergewöhnliche Ideen hat.« Abendzeitung (18.03.2016)

»Ein Mann mit Charisma, der auf dem Oktoberfest als Kellner jobbt, sein Gotteshaus füllt und für seine Predigten Applaus erhält.« Focus online (08.03.2010)
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Erschienen am 1. Oktober 2018

amazonSebastian Schießler – Jessas, Maria und Josef: Gott zwingt nicht, er begeistert

Florian Illies – 1913: Was ich unbedingt noch erzählen wollte

»Ich habe das neue ›1913‹ in einer einzigen Nacht durchgelesen. Es ist phantastisch, so reich, ein großes Geschenk.« Ferdinand von Schirach

Sie hätten sich gewünscht, dass das Buch ›1913‹ von Florian Illies noch lange nicht zu Ende ist? Dem Autor ging es genauso. Seit Jahren hat er nach neuen aufregenden Geschichten aus diesem unglaublichen Jahr gesucht – und sie gefunden. So gibt es jetzt 271 neue Seiten mit vielen hundert weiteren aberwitzigen, berührenden, umwerfenden und bahnbrechenden Episoden aus diesem Jahr außer Rand und Band. Die genau da weitermachen, wo ›1913. Der Sommer des Jahrhunderts‹ aufgehört hat.

Freuen Sie sich auf neue Geschichten voll Liebe und Witz, die so unglaublich sind, dass Sie nur wahr sein können.

Der Nachfolgeband des internationalen Beststellers und »erzählerischen Juwels« (The Guardian) ›1913. Der Sommer des Jahrhunderts‹, der in 26 Sprachen übersetzt wurde.

»Dieses Jahr 1913 lässt mich einfach nicht los. Und je tiefer ich hineingetaucht bin, um so schönere Schätze fand ich auf dem Meeresgrund.«
Florian Illies
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Erschienen am 24. Oktober 2018 beim S. Fischer Verlag.

amazonFlorian Illies – 1913 – Was ich unbedingt noch erzählen wollte: Die Fortsetzung des Bestsellers 1913

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pfeil  „1913 – Der Sommer des Jahrhunderts“ von Florian Illies:
amazonFlorian Illies – 1913: Der Sommer des Jahrhunderts (Hochkaräter)

Ada Dorian – Die Zähmung der Tiere

Die Italienerin Francesca fühlt sich unter der innenpolitischen Lage der Türkei gezwungen, ihre langjährigen Stofflieferanten zu verprellen. Der türkischstämmige Amerikaner Uzay besucht seinen gealterten Vater in South Carolina und muss feststellen, dass dieser es aufgrund der außenpolitischen Lage vielleicht zu Lebzeiten nicht zurück in sein Heimatdorf schaffen wird. Die junge Schriftstellerin Nilay Birol, deren vermeintlich harmloses Märchenbuch plötzlich an politischer Sprengkraft gewinnt, verschwindet …

Ada Dorian zeigt in zwölf Episoden eine Welt im Umbruch und wirft die Frage auf, welche Verantwortung jeder Einzelne für ein demokratisches Europa trägt.

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Erschienen am 12. Oktober 2018

amazonAda Dorian – Die Zähmung der Tiere: Roman

Christian Berkel – Der Apfelbaum

»Jahrelang bin ich vor meiner Geschichte davongelaufen. Dann erfand ich sie neu.«

Für den Roman seiner Familie hat der Schauspieler Christian Berkel seinen Wurzeln nachgespürt. Er hat Archive besucht, Briefwechsel gelesen und Reisen unternommen. Entstanden ist ein großer Familienroman vor dem Hintergrund eines ganzen Jahrhunderts deutscher Geschichte, die Erzählung einer ungewöhnlichen Liebe.

Berlin 1932: Sala und Otto sind dreizehn und siebzehn Jahre alt, als sie sich ineinander verlieben. Er stammt aus der Arbeiterklasse, sie aus einer intellektuellen jüdischen Familie. 1938 muss Sala ihre deutsche Heimat verlassen, kommt bei ihrer jüdischen Tante in Paris unter, bis die Deutschen in Frankreich einmarschieren. Während Otto als Sanitätsarzt mit der Wehrmacht in den Krieg zieht, wird Sala bei einem Fluchtversuch verraten und in einem Lager in den Pyrenäen interniert. Dort stirbt man schnell an Hunger oder Seuchen, wer bis 1943 überlebt, wird nach Auschwitz deportiert. Sala hat Glück, sie wird in einen Zug nach Leipzig gesetzt und taucht unter.

Kurz vor Kriegsende gerät Otto in russische Gefangenschaft, aus der er 1950 in das zerstörte Berlin zurückkehrt. Auch für Sala beginnt mit dem Frieden eine Odyssee, die sie bis nach Buenos Aires führt. Dort versucht sie, sich ein neues Leben aufzubauen, scheitert und kehrt zurück. Zehn Jahre lang haben sie einander nicht gesehen. Aber als Sala Ottos Namen im Telefonbuch sieht, weiß sie, dass sie ihn nie vergessen hat.

Mit großer Eleganz erzählt Christian Berkel den spannungsreichen Roman seiner Familie. Er führt über drei Generationen von Ascona, Berlin, Paris, Gurs und Moskau bis nach Buenos Aires. Am Ende steht die Geschichte zweier Liebender, die unterschiedlicher nicht sein könnten und doch ihr Leben lang nicht voneinander lassen.

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Erschienen am 12. Oktober 2018

liesmalwasWenn ein großartiger Schauspieler auch noch großartig schreiben kann, dann ist das schon eine sehr glückliche Fügung. Wenn er dann auch noch eine  Familienbiografie ausgräbt, mit deren Stoff sich 416 Seiten spielend füllen lassen, deren Inhaltsangabe allein schon alle Lesewünsche und Klischees bedient, dann gehen mir die Superlative aus. Deshalb wäre ich gespannt zu erfahren, ob dieser Roman wirklich hält was er verspricht.

amazonChristian Berkel – Der Apfelbaum

Arthur Isarin – Blasse Helden / Norris von Schirach

Mit seinem Debüt „Blasse Helden“ gelingt Norris von Schirach alias Arthur Isarin ein „kühnes literarisches Abenteuer“ (Viktor Jerofejew)

Ausgerechnet in den Trümmern der Sowjetunion hofft der romantische junge Deutsche Anton jene Leichtigkeit zu finden, die er im Westen vermisst. Jenseits von Moral und Ideologie betritt er Anfang der 1990er Jahre Moskau wie durch eine Tapetentür, um hier auf dem ausgebrannten Stern ein radikal freies Leben zu führen, interessiert nur an Geld, Frauen und der großen russischen Kultur. Sein lustvoller Gleitflug endet jäh, als Putin ein Jahrzehnt später die Szene betritt. Anton muss sich entscheiden.
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Erschienen am 12. März 2018

liesmalwasEin Aufruhr geht durch die deutsche Literaturszene, als bekannt wird, dass es sich beim vermeintlichen Nobody Arthur Isarin um ein weiteres Mitglied der Familie Schirach handelt. Doch lest selbst: Wer ist Arthur Isarin? – Unbedingt lesenswert: der Artikell in FAZ.net

amazonArthur Isarin / Norris von Schirach – Blasse Helden

Daniel Kehlmann – Du hättest gehen sollen

Ein einsam gelegenes Ferienhaus. Tief unten das Tal mit seinen würfelkleinen Häusern, eine Serpentinenstraße führt hinauf. Das kalte Blauweiß der Gletscher, schroffer Granit, die Wälder im Dunst – es ist Dezember, Vorweihnachtszeit. Ein junges Ehepaar mit Kind hat sich für ein paar Tage dieses komfortable Haus gemietet, doch so richtig aus der Welt sind sie nicht: Das Kind erzählt wirre Geschichten aus dem Kindergarten, die Frau tippt Nachrichten auf dem Telefon, und der Mann – ein Drehbuchautor, von dem ein Produzent den zweiten Teil seiner erfolgreichsten Komödie erwartet – schreibt Ideen und Szenen in sein Notizbuch. Aber mehr und mehr notiert er auch anderes – eheliche Spannungen, Zwistigkeiten, vor allem die seltsamen Dinge, die rings um ihn geschehen. Denn mit dem Haus stimmt etwas nicht.

Daniel Kehlmanns phantastische Erzählung ist im doppelten Wortsinn unheimlich, die Spirale in den Abgrund entwickelt einen starken Sog – umso mehr, als dem Schrecken etwas zur Seite gestellt wird: die wechselnden Stimmungen in der Familie, das Nebeneinander von Liebe und Gereiztheit, die Sorge um das Kind. «Das Geheimnis ist, dass man sich ja doch liebt.» Ist es so? Allmählich verschwimmen die Konturen, und der Boden beginnt zu wanken.
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Erschienen am 21. Oktober 2018

amazonDaniel Kehlmann – Du hättest gehen sollen

pfeil  Frühere Romane von Daniel Kehlmann
amazonDaniel Kehlmann – Tyll
Daniel Kehlmann – Die Vermessung der Welt
Daniel Kehlmann – Ruhm. Ein Roman in neun Geschichten

Gewinnspiel: Volker Kutscher – Marlow

Berlin, Spätsommer 1935. In der Familie Rath geht jeder seiner Wege. Pflegesohn Fritz marschiert mit der HJ zum Nürnberger Reichsparteitag, Charly schlägt sich als Anwaltsgehilfin und Privatdetektivin durch, während sich Gereon Rath, mittlerweile zum Oberkommissar befördert, mit den Todesfällen befassen muss, die sonst niemand haben will.  Ein tödlicher Verkehrsunfall weckt seinen Jagdinstinkt, obwohl seine Vorgesetzten ihm den Fall entziehen und ihn in eine andere Abteilung versetzen.

Es geht um Hermann Göring, der erpresst werden soll, um geheime Akten, Morphium und schmutzige Politik. Und um Charlys Lebenstrauma, den Tod ihres Vaters. Und um den Mann, mit dem Rath nie wieder etwas zu tun haben wollte: den Unterweltkönig Johann Marlow.

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Erschienen am 30. Oktober 2018

liesmalwasBei Piper läuft noch bis zum 30. November ein Gewinnspiel, bei dem Ihr einen von 10 original Fedora-Hüten oder eines von fünf signierten Buchexemplaren gewinnen könnt. (Ich mache lediglich auf das Gewinnspiel aufmerksam, habe mit der Durchführung aber nichts zu tun.)

Zum Gewinnspiel bei Piper bitte hier entlang

amazonVolker Kutscher – Marlow

 

Wladimir Kaminer – Die Kreuzfahrer

»Reisen ist, wie beim Gärtnern auf die Harke zu treten. Man spürt, dass man lebt.« Wladimir Kaminer

Mit Witz und Neugier erzählt Wladimir Kaminer von seinen Erlebnissen als Kreuzfahrer. Ein Kreuzfahrtschiff ist eine ganz eigene Welt. Der Reisende betritt eine schwimmende Oase des Glücks mit Bar, Tanzabenden und dem reibungslosen Übergang von einer Mahlzeit in die nächste. Und natürlich mit jeder Menge neuer Bekanntschaften. Aber auch an Land gibt es viel zu entdecken: von Putin-Schokolade in St. Petersburg, über falsche Götter auf der Akropolis bis zu verrückten karibischen Taxifahrern. Und wer könnte schöner davon erzählen als Wladimir Kaminer, Kreuzfahrer aus Leidenschaft?

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liesmalwas Etwas Leichtes für zwischendurch gefällig? Es liest sich sicher so nett wie die  Russendisko  und eignet sich gut als Geschenk. Erschienen am 20. August 2018.

Stephan Thome – Gott der Barbaren

China, Mitte des 19. Jahrhunderts. Eine christliche Aufstandsbewegung überzieht das Kaiserreich mit Terror und Zerstörung. Ein junger deutscher Missionar, der bei der Modernisierung des riesigen Reiches helfen will, reist voller Idealismus nach Nanking, um sich ein Bild von der Rebellion zu machen. Dabei gerät er zwischen die Fronten eines Krieges, in dem er am Ende alles zu verlieren droht, was ihm wichtig ist. An den Brennpunkten des Konflikts – in Hongkong, Shanghai, Peking – begegnen wir einem Ensemble so zerrissener wie faszinierender Persönlichkeiten: darunter der britische Sonderbotschafter, der seine inneren Abgründe erst erkennt, als er ihnen nicht mehr entgehen kann, und ein zum Kriegsherrn berufener chinesischer Gelehrter, der so mächtig wird, dass selbst der Kaiser ihn fürchten muss.

In seinem packenden neuen Buch erzählt Stephan Thome eine Vorgeschichte unserer krisengeschüttelten Gegenwart. Angeführt von einem christlichen Konvertiten, der sich für Gottes zweiten Sohn hält, errichten Rebellen in China einen Gottesstaat, der in verstörender Weise auf die Terrorbewegungen unserer Zeit vorausdeutet. Ein großer und weitblickender Roman über religiösen Fanatismus, über unsere Verführbarkeit und den Verlust an Orientierung in einer sich radikal verändernden Welt.
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Erschienen am 10. September 2018

Auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2018.

Empfohlen von Das Literarische Quartett
in der Sendung vom 12. Oktober 2018
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amazonStephan Thome – Gott der Barbaren: Roman

pfeil  Frühere Romane von Stephan Thome:
amazonStephan Thome – Fliehkräfte
Stephan Thome – Gegenspiel
Stephan Thome – Grenzgang

Dörte Hansen – Mittagsstunde

Endlich – der neue Roman von Dörte Hansen! Die Wolken hängen schwer über der Geest, als Ingwer Feddersen, 47, in sein Heimatdorf zurückkehrt. Er hat hier noch etwas gutzumachen. Großmutter Ella ist dabei, ihren Verstand zu verlieren, Großvater Sönke hält in seinem alten Dorfkrug stur die Stellung. Er hat die besten Zeiten hinter sich, genau wie das ganze Dorf. Wann hat dieser Niedergang begonnen? In den 1970ern, als nach der Flurbereinigung erst die Hecken und dann die Vögel verschwanden? Als die großen Höfe wuchsen und die kleinen starben? Als Ingwer zum Studium nach Kiel ging und den Alten mit dem Gasthof sitzen ließ? Mit großer Wärme erzählt Dörte Hansen vom Verschwinden einer bäuerlichen Welt, von Verlust, Abschied und von einem Neubeginn. – Quelle: Amazon

Empfohlen von Denis Scheck in „Druckfrisch“ vom 7. Oktober 2018druckfrisch

pfeil   Der Erstlingsroman von Dörte Hansen:

gelesen: Thomas Klupp – Paradiso

Es ist heiß. Glühend heiß. In der flirrenden Tankstellenluft wartet Alex Böhm auf einen gelben Kombi, der gleich an den Zapfsäulen halten und ihn nach München bringen soll. Von dort wird er am nächsten Morgen mit seiner Freundin Johanna nach Portugal fliegen. Das ist der Plan. Aber plötzlich kommt alles ganz anders: Alex findet sich am Rand der Autobahn wieder, auf sonnenverbrannten Rastplätzen und in den Kellergewölben bayerischer Provinz-Erotheken. Anarchisch und mit tiefschwarzem Humor erzählt, lässt dieser Roman den Leser mit weit aufgerissenen Augen zurück. »Ein todkomisches Roadmovie, das einen Besserung geloben lässt. Für alles, egal was.« NEON – Quelle: Amazon

liesmalwasDem ist nicht mehr viel hinzuzufügen… laut gelacht habe ich an manchen Stellen. Obwohl dieser durch sein Leben stolpernde ‚Alex‘ viele wirklich unsägliche Dinge tut, bleibt er dem Leser sympathisch. Wer Wolgang Herrndorfs ‚Tschick‘ mochte oder die ‚Herr Lehmann‘-Serie von Sven Regener, der liest hier richtig. Schnell und leicht für zwischendurch oder als kleines Mitbringsel 🙂

gelesen: Arno Geiger – Alles über Sally

Alfred und Sally sind schon lange verheiratet. Das Leben geht seinen Gang, allzu ruhig, wenn man Sally fragt. Als Einbrecher ihr Haus in Wien heimsuchen, ist plötzlich nicht nur die häusliche Ordnung dahin: In einem Anfall von Lebenshunger beginnt Sally ein Verhältnis mit Alfreds bestem Freund. Und Alfred stellt sich die entscheidende Frage: Was weiß ich eigentlich von dieser Frau? Arno Geiger schreibt noch einmal den großen Roman vom Liebesverrat. Eine Geschichte von Ehe und Liebe in unserer Zeit. – Quelle: Amazon

liesmalwasIch mochte dieses Buch nicht. So gar nicht. Ich mochte Sally nicht. Sie ist keine Frau, „über die man alles wissen will“ (dies verspricht der Text vom Buchrücken) – vielmehr will ich lieber gar nix von ihr wissen. Sie ist borniert, egoistisch und selbstgefällig, obwohl sie außer ihrem respektlosen Zynismus nicht viel zu bieten hat, und mäkelt ständig an ihrem Gatten herum. Der, zugegeben, ist in seiner vermeintlichen Langweiligkeit und in seinem teigigen Altern grandios skizziert. Spannend wird es kurz ab Seite 200 – als Sally eine Affäre beginnt, hoffe ich auf irgendwelche Entwicklungen in der Handlung, die dann aber mit üblem Nachgeschmack versandet. Das ist natürlich ein rein subjektives Urteil, aber ich hätte dieses Buch nicht gebraucht. Übrigens fand ich sogar das Cover total blöd, denn Sally ist 52 Jahre alt, und jetzt schaut selbst… Vielleicht gefällt Euch „Alles über Sally“ ja besser, immerhin gehört Arno Geiger doch zu den Autoren, die man angeblich gelesen haben MUSS und produziert einen Bestseller nach dem anderen…

pfeil   weitere Romane von Arno Geiger
amazonArno Geiger – Unter der Drachenwand
pfeilnominiert für den Deutschen Buchpreis 2018 – zum Blogartikel von „Arno Geiger – Unter der Drachenwand“

gelesen: Dieter Wellershoff – Der Himmel ist kein Ort

liesmalwasAm 15. Juni 2018 verstarb Dieter Wellershoff im Alter von 92 Jahren. Ein großer Schriftsteller, dessen Romane auch heute noch Gewicht und moralische Substanz haben. Nach dem „Liebeswunsch“ las ich „Der Himmel ist kein Ort“ und „Der Sieger nimmt alles“ und werde diese Bücher nach und nach hier vorstellen. Die Romane sind absolut lesenswert. Leider ist die ’neue‘ Rechtschreibung auch in den aktuellen Auflagen noch nicht berücksichtigt.

Der Roman beginnt wie ein Krimi und entwickelt sich zu einem figurenreichen Gesellschaftsdrama. Hauptfigur ist der junge Landpfarrer Ralf Henrichsen, der eines Nachts zu einem Unfallort gerufen wird. Ein Auto ist von der Straße abgekommen und in einen See gestürzt. Der Fahrer hat sich gerettet, seine Frau und sein Sohn werden leblos geborgen. Wie das geschehen konnte, ist unklar. In der Folge der Ereignisse gerät Henrichsen in eine sich ausweitende Sinnkrise. – Quelle: Amazon

pfeil   weitere Bücher von Dieter Wellershoff:
amazonDieter Wellershoff – Der Liebeswunsch   – zum Blogartikel: Der Liebeswunsch
Dieter Wellershoff – Der Sieger nimmt alles    – zum Blogartikel: Der Sieger nimmt alles

gelesen: Robert Seethaler – Das Feld

Wenn die Toten auf ihr Leben zurückblicken könnten, wovon würden sie erzählen? Einer wurde geboren, verfiel dem Glücksspiel und starb. Ein anderer hat nun endlich verstanden, in welchem Moment sich sein Leben entschied. Eine erinnert sich daran, dass ihr Mann ein Leben lang ihre Hand in seiner gehalten hat. Eine andere hatte siebenundsechzig Männer, doch nur einen hat sie geliebt. Und einer dachte: Man müsste mal raus hier. Doch dann blieb er. In Robert Seethalers neuem Roman geht es um das, was sich nicht fassen lässt. Es ist ein Buch der Menschenleben, jedes ganz anders, jedes mit anderen verbunden. Sie fügen sich zum Roman einer kleinen Stadt und zu einem Bild menschlicher Koexistenz. – Quelle: Amazon

liesmalwas„Da sitzt einer auf dem Friedhof und unterhält sich mit den Toten“, sagt Mäx. Was ja nicht so ganz stimmt. Ein Mann – der weiterhin auch nur „der Mann“ genannt und im Verlauf in Vergessenheit geraten wird – sitzt auf einer Bank am Friedhof der hoffentlich fiktiven Kleinstadt Paulstädt und hört zu, was die Toten von ihrem Leben und zum Teil von ihrem Sterben erzählen. Dies geschieht in vielen unterschiedlich langen Kapiteln, in ganz verschiedenen zeitlichen Universen, und natürlich kreuzen sich hier und dort auch einige der Biografien, aber nicht zwangsweise.

Wie das ganze Buch auch keiner direkten Handlung folgt, sondern mehr oder minder nach Laune des Chefs geschrieben zu sein scheint. Näher betrachtet finden wir hier ein höchst kreatives Sammelsurium, nicht nur was Charaktere, Verläufe und Ideen anbelangt, sondern allein der überraschenden Abwechslung halber. Weniger morbid als erwartet, aber eben doch mit der Seethaler eigenen, tendenziell etwas depressiven Tonart, aber auch mit intelligenter Ironie und feinem Humor, ohne gewollt lustig zu sein. Lesenswert für Denjenigen, der Seethaler schon kennt und mag, aber nicht unbedingt als Seethaler-Einstiegslektüre geeignet. Da würde ich eher „Ein ganzes Leben“ empfehlen.

Selten war ein Totentanz unterhaltsamer – Denis Scheck

Stand heute – 26.8.2018 – auf der Spiegel Bestsellerliste „Belletristik / Hardcover“ auf Platz 1.

pfeil  weitere Romane von Robert Seethaler: