SWR Bestenliste – Januar 2019

Bei der  SWR Bestenliste handelt es sich nicht um eine Bestsellerliste. Sie wird nicht anhand von Verkaufszahlen erstellt, sondern von einer Jury aus 30 deutschsprachigen Literaturkritikern zusammengestellt. Anhand eines Punktesystems werden Bücher bewertet und gewählt, denen die Jury möglchst viele Leser wünscht. Die SWR Bestenliste gibt es seit über 40 Jahren.

pfeil  Hier sind die Besten für den Dezember 2018:

Platz 1: Heinz Helle – Die Überwindung der Schwerkraft
rezension  zum Blogartikel: Heinz Helle – Die Überwindung der Schwerkraft
amazonHeinz Helle – Die Überwindung der Schwerkraft

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Platz 2: Gerald Murnane – Grenzbezirke
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Platz 3: Judith Schalansky – Verzeichnis einiger Verluste
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Platz 4: Thomas Hürlimann – Heimkehr
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Platz 5: Maggie Nelson – Bluets
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Platz 6: Teresa Präauer – Tier werden
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Platz 7: A. L. Kennedy – Süßer Ernst
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Platz 8: Nora Krug – Heimat. Ein deutsches Familienalbum
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Platz 9: Ingeborg Bachmann, Hans-Magnus Enzensberger – Schreib alles, was wahr ist, auf
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Platz 10: Dörte Hansen – Mittagsstunde
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Platz 10: Hermann Lenz, Hanne Trautwein – Das Innere wird durch die äußeren Umstände nicht berührt. Der Briefwechsel
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archiv
Blogartikel zu den früheren Bestenlisten:
SWR Bestenliste Dezember 2018
SWR Bestenliste November 2018
SWR Bestenliste Oktober 2018
SWR Bestenliste September 2018
SWR Bestenliste Juli + August 2018

Elizabeth Bishop – Gedichte

Die amerikanische Lyrikerin Elizabeth Bishop ist hierzulande noch wenig bekannt. Sie war eine ruhelose Seele: Ohne Eltern aufgewachsen, reiste sie von Neuschottland nach Florida, und von dort weiter nach Brasilien. Die einzige Heimat, die sie fand, war die Sprache. Die verblüffenden Bilderwelten ihrer Gedichte ziehen den Leser in den Bann: traumhafte Eisberge und phantastische Landkarten, aber auch Unkraut, das sich in einem Herzen einnistet. Traurigkeit und Genauigkeit, Sehnsucht und Strenge – Bishops Wortkunst hat die Zeit überdauert. Sie kann nun in einer umfassenden zweisprachigen Ausgabe, in der glänzenden Übersetzung von Steffen Popp, bewundert werden.
Quelle: Amazon

Erschienen am 24. September 2018

Eine Empfehlung der SWR Bestenliste vom Dezember 2018

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amazonElizabeth Bishop – Gedichte: Zweisprachige Ausgabe

 

Ingeborg Bachmann, Hans Magnus Enzensberger – schreib alles, was wahr ist, auf

Die Eine: eine Lyrikerin und Cover-Girl des Spiegels 1954. Der Andere: der »zornige junge Mann«, Netzwerker, zugleich Strippenzieher im Literaturbetrieb, dessen Lyrik-Karriere 1957 startet. Ingeborg Bachmann (Jahrgang 1926) und Hans Magnus Enzensberger (Jahrgang 1929) lernen sich im Oktober 1955 bei der Tagung der Gruppe 47 in Tübingen kennen. Nach einem erneuten Zusammentreffen anlässlich einer Gesprächsrunde zur Literaturkritik in Wuppertal im Oktober 1957 kommt es am 27. November 1957 zur ersten (brieflichen) Kontaktaufnahme: Die Initiative geht von Enzensberger aus. Danach setzt eine Korrespondenz ein, von der insgesamt 130 Stücke überliefert sind: 53 von Bachmann, 77 von Enzensberger.

Die beiden emblematischen Figuren, die Ikonen, der deutschen Nachkriegsliteratur tauschen sich aus über Literatur im Allgemeinen wie über deren Details, über eigene Vorhaben (kritischer wie großer Moment: die Debatten um das legendäre Böhmen liegt am Meer, dem von Bachmann publizierten Gedicht in Enzensbergers Kursbuch), reflektieren über das Zeitgeschehen, polemisieren gegen alles und halten sich mit ihrem Urteil auch über die lieben Kollegen nicht zurück. Dabei prallen die unterschiedlichen (Schreib-) Charaktere aufeinander: Auseinandersetzungen, die der eine pragmatisch-ironisch ausficht, die andere prinzipiell.

Der bisher unpublizierte und unbekannte Briefwechsel zwischen Ingeborg Bachmann und Hans Magnus Enzensberger macht nacherlebbar, wie zwei der überragenden Autoren nach dem Zweiten Weltkrieg nicht nur die Welt, die Literatur, den Betrieb, sondern auch sich selbst darstellen und gesehen werden wollen.
Quelle: Amazon

Erschienen am 21. Oktober 2018

Eine Empfehlung der SWR Bestenliste vom Dezember 2018

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amazonIngeborg Bachmann, Hans Magnus Enzensberger – »schreib alles was wahr ist auf«: Der Briefwechsel

Judith Schalansky – Verzeichnis einiger Verluste

Die Weltgeschichte ist voller Dinge, die verloren sind – mutwillig zerstört oder im Lauf der Zeit abhandengekommen. In ihrem neuen Buch widmet sich Judith Schalansky dem, was das Verlorene hinterlässt: verhallte Echos und verwischte Spuren, Gerüchte und Legenden, Auslassungszeichen und Phantomschmerzen. Ausgehend von verlorengegangenen Natur- und Kunstgegenständen wie den Liedern der Sappho, dem abgerissenen Palast der Republik, einer ausgestorbenen Tigerart oder einer im Pazifik versunkenen Insel, entwirft sie ein naturgemäß unvollständiges Verzeichnis des Verschollenen und Verschwundenen, das seine erzählerische Kraft dort entfaltet, wo die herkömmliche Überlieferung versagt. Die Protagonisten dieser Geschichten sind Figuren im Abseits, die gegen die Vergänglichkeit ankämpfen: ein alter Mann, der das Wissen der Menschheit in seinem Tessiner Garten hortet, ein Ruinenmaler, der die Vergangenheit erschafft, wie sie niemals war, die gealterte Greta Garbo, die durch Manhattan streift und sich fragt, wann genau sie wohl gestorben sein mag, und die Schriftstellerin Schalansky, die in den Leerstellen ihrer eigenen Kindheit die Geschichtslosigkeit der DDR aufspürt.

So handelt dieses Buch gleichermaßen vom Suchen wie vom Finden, vom Verlieren wie vom Gewinnen und zeigt, dass der Unterschied zwischen An- und Abwesenheit womöglich marginal ist, solange es die Erinnerung gibt – und eine Literatur, die erfahrbar macht, wie nah Bewahren und Zerstören, Verlust und Schöpfung beieinanderliegen.
Quelle: Amazon

Erschienen am 21. Oktober 2018

Eine Empfehlung der SWR Bestenliste vom Dezember 2018

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amazonJudith Schalansky – Verzeichnis einiger Verluste

SWR Bestenliste – Dezember 2018

Bei der  SWR Bestenliste handelt es sich nicht um eine Bestsellerliste. Sie wird nicht anhand von Verkaufszahlen erstellt, sondern von einer Jury aus 30 deutschsprachigen Literaturkritikern zusammengestellt. Anhand eines Punktesystems werden Bücher bewertet und gewählt, denen die Jury möglchst viele Leser wünscht. Die SWR Bestenliste gibt es seit über 40 Jahren.

pfeil  Hier sind die Besten für den Dezember 2018:

Platz 1: Annie Ernaux – Erinnerung eines Mädchens
rezension
zum Blogartikel: Annie Ernaux – Erinnerung eines Mädchens
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Platz 2: Judith Schalansky –  Verzeichnis einiger Verluste
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Platz 3: Iwan Turgenjew – Aufzeichnungen eines Jägers
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Platz 4: Steffen Mensching – Schermanns Augen
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Platz 5: Elizabeth Bishop – Gedichte
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Platz 6: Ursula Krechel – Geisterbahn
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Platz 7: Eckhart Nickel – Hysteria
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Platz 8: Ingeborg Bachmann, Hans-Magnus Enzensberger – schreib alles, was wahr ist, auf (Briefe)
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Platz 9: Wolf Haas – Junger Mann
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Platz 10: Gerald Murnane – Grenzbezirke
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Blogartikel zu den früheren Bestenlisten:
SWR Bestenliste November 2018
SWR Bestenliste Oktober 2018
SWR Bestenliste September 2018
SWR Bestenliste Juli + August 2018

Steffen Mensching – Schermanns Augen

Ein Gulag-Roman mit deutschen und österreichischen Protagonisten. Eine Rückschau ins Wien der zwanziger Jahre. Ein Roman, der ins Zentrum des 20. Jahrhunderts führt.

Eben noch war Rafael Schermann in der Wiener Caféhaus-Szene ein bunter Hund, bekannt mit Gott und der Welt von Adolf Loos, Oskar Kokoschka, Magnus Hirschfeld bis zu Else Lasker-Schüler, Herwarth Walden, Ehrenstein, Döblin, Bruckner, Eisenstein, Stanislawski, Piscator… Selbst der scharfzüngige Karl Kraus erhoffte sich von Schermanns graphologischer Begabung beim Deuten von Briefhandschriften entscheidende Hilfe in seinem Liebeswerben um Sidonie Nádherný…

Und jetzt landet dieser schillernde Mann völlig abgerissen und todkrank als Gefangener am Ende der Welt, hundertfünfzig Kilometer östlich von Kotlas an der Bahntrasse nach Workuta im Lager Artek. Sofort zieht einer, der aus Handschriften Vorhersagen ableiten kann, außerordentliches Interesse auf sich, ob nun das des Lagerkommandanten (selbst der kann nicht sicher sein, ob er morgen Chef eines größeren Lagers sein oder man ihn erschießen wird) oder das seiner Mitgefangenen, »achthundert Männer, zweihundert Frauen. Eine echte sowjetische Großfamilie… jeder weiß alles vom anderen und wünscht ihm die Krätze an den Hals.« Und dann behauptet Schermann noch, kein Russisch zu können, und beansprucht einen Übersetzer. Steffen Mensching stellt ihm den jungen deutschen Kommunisten Otto Haferkorn an die Seite. Das ungleiche Paar, mal Herr und Knecht, mal Don Quijote und Sancho Pansa, kämpft ums Überleben unter brutalen, absurden Verhältnissen im mörderischen Räderwerk des zwanzigsten Jahrhunderts.
Zwölf Jahre hat Steffen Mensching an seinem opus magnum gearbeitet, es ist ein großer Wurf geworden.
Quelle: Amazon

Erschienen am 30. Juli 2018

Eine Empfehlung der SWR Bestenliste vom Dezember 2018

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amazonSteffen Mensching – Schermanns Augen: Roman